Philipps Hospitäler

Bild: Krankenzimmer im Hospital
Behandlung Kranker in einem mittel-alterlichen Hospital – vergleichbar kann man sich das Leben in den Hospitälern Philipps vorstellen
 

Wie geistig behinderte Menschen in ländlichen Regionen Anfang des 16. Jahrhunderts behandelt wurden, ist aus heutiger Sicht kaum vorstellbar: Sie wurden an Pfähle auf Marktplätzen gekettet und von Kindern, Bauern und Bürgern verspottetet. Hatten sie Glück, schob ihnen jemand einen Napf mit Getreidebrei zu.

Ihr Leben änderte sich, als Philipp der Großmütige von Hessen das Armen- und Krankenwesen zu seiner Sache erklärte. Er war der erste Regent, der dafür sorgte, dass Pflegerinnen und Pfarrer kranke, geistig verwirrte und alte Menschen auf dem Land betreuten. Als evangelischer Herrscher führte er in Hessen die Reformation ein und löste die katholischen Klöster auf, da die Reformatoren das Mönchtum für einen Irrweg hielten. Einige er ehemaligen Klöster wandelte Philipp in Hospitäler um. Viele Mönche und Nonnen mussten ihre Klöster verlassen. In Hofheim (heute: Riedstadt-Goddelau), Haina, Merxhausen und Gronau gründete er die vier "hohen Hospitäler", dort erhielten Kranke regelmäßig Nahrung, Pflege, Aufsicht und geistliche Belehrung.

Durch die Auflösung der Klöster fielen ihm zahlreiche Kirchengüter zu, mit denen er seine Vorhaben finanzierte. Das Geld verwendete er aber nicht nur, um kranken Menschen zu helfen. Er gründete auch Stadthospitäler und Schulen und errichtete in Marburg die erste evangelische Landesuniversität.

nach oben